Lokale Pressestimmen aus Münster
Genokolleg mietet Wartburgschule
Münster-Gievenbeck - Die Hauptschüler sind nach den Ferien nicht wieder zurückgekehrt. Doch das Gebäude der Wartburgschule ist dennoch wieder mit Leben erfüllt. Am Montag hielten die ersten 200 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule der genossenschaftlichen Organisationen in Rheinland und Westfalen (Genokolleg) Einzug in die zehn Klassenräume an der Von-Esmarch-Straße 15.
Fast unbemerkt ist während der Sommerpause eine ganze Schule innerhalb von Münster umgezogen. „Von den Kapazitäten passt das fast 1:1", freut sich Schulleiter Rudolf Leißing über das adäquate Ausweichquartier. Denn das an der Wiener Straße 53-55 beheimatete Kolleg in privater Trägerschaft sei dringend renovierungsbedürftig. „Unser Internat stammt aus den 70er Jahren und hatte höchstens noch den Jugendherbergsstandard der 80er Jahre", erläutert Leißing. Auch ein Unterrichtspavillon werde abgerissen und erneuert: „Der sollte damals nur ein Provisorium sein und hat dann 30 Jahre lang gehalten." Hinzu komme ein neuer Verwaltungs- und Lehrertrakt. Knapp fünf Millionen Euro werde die Sanierung und Modernisierung kosten.
Für die Bewohner des 150-Betten-Gästehauses wurde ebenfalls ein Ersatzquartier gefunden. „110 Schüler können wir im Gästehaus der Johanniter-Akademie unterbringen", erläutert Leißing. Die übrigen Zimmer seien in der Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsakademie an der Mecklenbecker Straße vorhanden. Zum Unterrichtsort gibt es einen Shuttle-Service.
Durchschnittlich sind es 220 Auszubildende aus dem genossenschaftlichen Bank- und kaufmännischen Wesen, die nun in vier Blöcken neun bis zehn Wochen an der Von-Esmarch-Straße unterrichtet werden. Dort können sie auch Zertifikate für Fremdsprachen, den Computer oder im Pflanzenschutz erwerben. Schulbeginn ist täglich um 8.30 Uhr, die wöchentliche Unterrichtszeit beträgt 40 Stunden.
„Der Start hat reibungslos geklappt", sagt der Schulleiter und lobt seine Mitarbeiter. Diese hätten den Umzug in den Ferien mit hohem Engagement begleitet.
Das Ausweichquartier ist für ein Jahr lang von der Stadt gemietet. „Sie hat uns in vielfältiger Weise und unkonventionell unterstützt", sagt Leißing dankbar.
Er rechne damit, dass die Renovierung des Kollegs bis zum Schuljahresbeginn 2012/13 vollzogen sei. Dann stehe das ganze Umzugsprocedere in umgekehrter Richtung an, sagt der Schulleiter.
Die Wartburgschule wurde zum Ende des Schuljahrs 2010/11 als kleinste der acht städtischen Hauptschulen geschlossen, weil die Anmeldezahlen bei diesem Schultyp generell zurückgingen. Über die weitere Verwendung des Gebäudes wird bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplans beraten.
Quelle: Westfälische Nachrichten vom 07.09.2011. Siehe auch hier.



